Sicherungsverwahrung

Wir untersuchten die Legalbewährung in den Fällen, in denen die SV aus juristischen Gründen abgelehnt bzw. endgültig aufgehoben und die von psychiatrischen Gutachtern für gefährlich erachteten Personen in Freiheit entlassen wurden. Für die Prognoseforschung ist die Untersuchung der prognostizierten und der realisierten Gefährlichkeit der als hochgefährlich erachteten und dennoch entlassenen Straftäter besonders bedeutsam, da die Ereignisklasse der sog. „falsch Positiven“, d. s. fälschlich als gefährlich eingeschätzte Personen, aus juristischen und moralisch-ethischen Gründen für empirische Studien kaum zu rekrutieren ist. Erste Ergebnisse zeigen eine zutreffende Identifikation der Personen, die tatsächlich wieder rückfällig wurden, aber bei 2/3 der Probanden eine unzutreffende Risikoschätzung (Time at risk Ø 78 Monate). Im Weiteren werden die Gutachten zur nachträglichen Sicherungsverwahrung dahingehend analysiert, welche Kriterien der Gefährlichkeitsprognose zugrunde gelegt wurden und sich als prognostisch valide erwiesen haben, d. h. welche eine bestehende Gefährlichkeit prognostisch korrekt erfassen konnten bzw. welche Kriterien zu einer falsch positiven Prognose führten.

Projektleitung: Dr. Georg Stolpmann